Ursula SOWA und Mia GOLLER besuchen die GRUNDSCHULE OST

Wie moderne Lernräume Pädagogik und Ganztag verbinden

Landshut. Wie muss eine Schule gebaut sein, damit Kinder gut lernen und Lehrkräfte sie bestmöglich begleiten können? Die Grundschule Ost in Landshut gibt darauf eine architektonische und pädagogische Antwort. Im Rahmen ihrer Schulbautour besuchte Ursula Sowa, baupolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, gemeinsam mit der örtlichen Landtagsabgeordneten Mia Goller das neue Schulgebäude. Begleitet wurden sie von der Landshuter Stadträtin Hedwig Borgmann und Ingeborg Heilmeier-Dahme, Architektin und Lehrkraft an der Hochschule Landshut.

Empfangen wurde die Delegation von Schulleiterin Wibke Deuerlein, der zweiten Bürgermeisterin Patricia Steinberger sowie Vertretern der Stadtverwaltung, darunter Johannes Doll, Leiter des Referats Bauen und Umwelt.

Vier Lernhäuser statt langer Flure

Die Grundschule Ost zeigt, wie Schulbau neu gedacht werden kann. Statt einer klassischen Flurschule ist das Gebäude in vier Lernhäuser gegliedert. Jedes vereint drei Klassenräume, zwei Gruppenräume und ein großzügiges zentrales Lernzentrum als gemeinsamen Treffpunkt. Ein Teamzimmer ermöglicht die Zusammenarbeit der Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte.

Das Raumkonzept reagiert damit auf veränderte Lehr- und Lernmethoden. Die Räume sind nicht nur für Frontalunterricht gedacht. Sie ermöglichen unterschiedliche Lernformen: Gruppenarbeit, selbsständiges Lernen, individuelle Förderung und Begegnung. Die Lernhäuser schaffen damit eine räumliche Grundlage für eine Pädagogik, die stärker auf Eigenständigkeit, Zusammenarbeit und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder eingeht.

„Ein Schulgebäude ist mehr als eine Hülle für den Unterricht. Es ist der dritte Pädagoge. Räume beeinflussen, wie Kinder lernen, wie sie miteinander umgehen und wie gut Lehrkräfte sie begleiten können. Die Grundschule Ost zeigt, dass wir Schulbau von der Pädagogik her denken müssen – und nicht umgekehrt. Bei Schulneubauten und größeren Sanierungen sollte das viel stärker zum Maßstab werden“, betont Ursula Sowa.

Unterricht und Ganztag unter einem Dach

Statt eines klassischen externen Horts setzt die Grundschule auf das integrierte Konzept des Kooperativen Ganztags (KoGa). Unterricht und Betreuung finden unter einem Dach statt. Dadurch können Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte enger zusammenarbeiten und die Kinder über den ganzen Tag begleiten. Zugleich werden Räume und Infrastruktur gemeinsam genutzt, statt sie für Schule und Hort doppelt vorzuhalten. Das spart Flächen, Kosten und schafft Synergien für die Betreuung und Förderung der Kinder.

Mit dem ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter gewinnt die gemeinsame Planung von Unterricht und Betreuung weiter an Bedeutung.

„Kinder brauchen gute Lernbedingungen und verlässliche Betreuung – unabhängig davon, wie viel Unterstützung sie zu Hause bekommen können. Wenn Schule und Betreuung enger zusammenarbeiten, entstehen mehr Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern und gleiche Chancen zu schaffen“, betont Mia Goller, Mitglied der Kinderkommission des Bayerischen Landtags.

Beim Besuch wurden auch die Herausforderungen im Schulalltag deutlich: Viele Kinder benötigen zusätzliche Unterstützung, zugleich fehlen Fachkräfte. Auch die Versorgung von Kindern, die ohne ausreichendes Essen in den Schulalltag starten, war Thema.

„Wir müssen auch Lösungen für Kinder finden, die von ihren Eltern nicht ausreichend mit Essen versorgt werden können. Mit leerem Magen lernt es sich nicht“, betont Goller.

Schulen von Anfang an in die Planung einbeziehen

Die Grundschule Ost ist Teil einer umfassenden Investitionsoffensive für den Bildungsstandort Landshut, um den steigenden Einwohner- und Schülerzahlen gerecht zu werden. Rund 150 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren investiert, um die Bildungsinfrastruktur zukunftsfest auszubauen. Dazu zählen neben der Grundschule Ost auch die Grundschule Nordwest, die neue Realschule in der Fuggerstraße und der Umzug der Mittelschule Schönbrunn in das ehemalige Realschulgebäude.

Für Sowa zeigt der Besuch, wie wichtig es ist, Schulbau vorausschauend zu planen und pädagogische Konzepte, Ganztag und steigende Schülerzahlen von Anfang an zusammenzudenken.

„Wir brauchen in Bayern einen Schulbau, der nicht nur den Raumbedarf deckt, sondern gute Pädagogik ermöglicht. Entscheidend ist, was Kinder und Lehrkräfte im Schulalltag brauchen. Deshalb müssen Schulen von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Wenn Architektur und Pädagogik zusammengedacht werden, entstehen Schulen, die langfristig funktionieren und auf neue Anforderungen reagieren können. Dafür muss die Staatsregierung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Sowa.

Ursula Sowa setzt ihre Schulbautour im Herbst fort, um weitere Schulen zu besuchen und den Dialog mit Schulleitungen, Bauämtern und Architekt:innen zu vertiefen.

Auf dem Foto v.l.n.r.:
Baudirektor Johannes Doll, MdL Ursula Sowa, Stadträtin Hedwig Borgmann, 2. Bürgermeisterin Patricia Steinberger, Schulleiterin Wiebke Deuerlein, MdL Mia Goller, Leiterin Kooperativer Ganztag Stefaniee Haas, Ingeborg Heilmeier-Dahme, Architektin und Lehrkraft an der FH Landshut.
Bildrechte: Büro Ursula Sowa

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